Freitag, 22.02.2019 17:45 Uhr

16. Irmelsbergschau in Crock

Verantwortlicher Autor: K.-W. Fleißig Crock, 17.01.2019, 10:21 Uhr
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Crock [ENA] Zur 16. Irmelsbergschau mit angeschlossener Kreisschau Hildburghausen und Sonderschau der Belgischen Bartzwerge hatte am vergangenen Wochenende der „Geflügelzuchtverein Crock e.V.“ in das Schützenhaus nach Crock eingeladen. Die Sonderschau der Belgischen Bartzwerge fand erstmals in Crock statt. „Die Antwerpener Bartzwerge sind von den insgesamt sechs Rassen die meist verbreitete.

Diese weltweit verbreitete Rasse existiert nur als Zwergform. Daher wird sie als Urzwergrasse bezeichnet. Es gibt insgesamt 24 Farbschläge. Sie bestechen durch ihr ruhiges Wesen, sind sehr zutraulich und hochmobil. In der Haltung sind die Bartzwerge unkompliziert“, so die Information des Zuchtvereins. Mit der Kreisschau schließlich fand zudem der Höhepunkt der Zuchtsaison im Landkreis Hildburghausen statt.

Feierliche Eröffnung

Zur Eröffnungsfeier am Freitag waren der stellvertretende Landrat Dirk Lindner, der Landtagsabgeordnete Henry Worm, der Vorsitzende des Landesverbandes der „Rassegeflügelzüchter Thüringens e.V.“ Thomas Stötzer, der Vorsitzende des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter Hartmut Kühnhold sowie die Amtstierärztin Wengel gekommen. Außerdem mit dabei Auengrunds Bürgermeister René Pfötsch und der Crocker Ortsteilbürgermeister Matthias Pfütsch. Worm, Pfötsch und Pfütsch waren zusammen mit Landrat Thomas Müller die Schirmherren dieser Crocker Schauen.

In seinem Grußwort schreibt Landrat Thomas Müller, dass die Irmelsbergschau zu einem wichtigen Ereignis für viele Züchterinnen und Züchter unseres Landkreises, aber auch für Tierfreunde aus nah und fern zählt. Für den Landrat geht es nicht nur um den Aspekt des Wettbewerbes, „sondern darum, sich mit Hobbyzüchtern auszutauschen und die Freude an diesem schönen naturverbundenen Hobby zu teilen“. „Den Mitgliedern Ihres Vereins“ – gemeint ist der „Geflügelzuchtverein Crock e.V.“ – „ist es zu verdanken, dass diese über Jahrhunderte gepflegte Tradition in unserer Region erhalten geblieben ist. Dafür gebührt Ihnen Dank und Anerkennung.“

Henry Worm macht es stolz, wie die Mitglieder des Crocker Geflügelzuchtvereins durch ihr Engagement im Rahmen der Geflügelzucht wesentlich zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Für Auengrunds Bürgermeister René Pfötsch ist es besonders wichtig den Umstand hervorzuheben, dass unter den Ausstellern acht Jugendliche ihre Zuchterfolge präsentieren. „Ihnen ist die Möglichkeit geboten, Erfahrungen zu sammeln und sich mit anderen auszutauschen. Es ist die erfolgreiche Nachwuchsarbeit, die das Wissen um die Zucht von Generation zu Generation weitergibt und somit die Artenvielfalt erhält.“

Für den Crocker Ortsteilbürgermeister Matthias Pfütsch hat die Zucht und Haltung in Europa eine lange Tradition. „Bereits die Römer brachten Hühner nach West- und Mitteleuropa. Karl der Große verbreitete das Huhn durch einen Erlass bei den Bauern. Seither war das Rassegeflügel wichtiger Bestandteil der Bauernhöfe.“ Kulturell wurde die Eröffnungsfeier durch die „Rehbachtaler“ aus Neustadt/Rwg. und die Jagdhornbläser Eisfeld/Sachsenbrunn umrahmt. Nach 52 Jahren Preisrichtertätigkeit wurde Harald Ehrhard in den Ruhestand verabschiedet. Für diese Eröffnungsveranstaltung habe es lobende Worte gegeben, ist aus dem Crocker Verein zu erfahren. Sie bot Gelegenheit, entsprechende Ehrungen vorzunehmen.

877 Tiere von 96 Ausstellern

Zur Ausstellung in den beiden großen Räumen des Schützenhauses kamen Puten, Enten, Gänse, Hühner, Zwerghühner und Tauben in verschiedenen Rassen und Farbschlägen. Es waren 877 Tiere von 96 Ausstellern – darunter acht Jugendliche –, die zu dieser Irmelsbergschau, Kreisschau und Sonderschau angemeldet waren. Das war auch ein Grund dafür, den bisherigen Ausstellungsraum in der Turnhalle der alten Schule zu verlassen und in die größeren Ausstellungshallen zu wechseln.

Unter den Ausstellern war auch Dieter Helm, der dem „Rassegeflügelzuchtverein Henneberger Land e.V.“ angehört. Der 81jährige Erlauer ist das fünfte oder sechste Mal in Crock zur Ausstellung. Das Hobby der Rassegeflügelzucht betreibt er seit 70 Jahren. „Ein solches Hobby gibt man nicht auf“, ist er überzeugt. „Es gibt mittlerweile viele Züchterfreundschaften.“ Bestandteil seiner Zucht sind Thüringer Mäuser-Tauben. Sie gehören zu einer der ältesten Thüringer Rassen – gibt es sie doch bereits seit 280 Jahren.

Der Crocker Verein

Den Verein zur Geflügelzucht in Crock existiert bereits seit dem Jahr 1901 – und das ohne Unterbrechung, so Matthias Erk, seines Zeichens Schriftführer im Verein. „Nach dem Krieg sind die Männer zurückgekehrt und haben sich gesagt, dass mit der Geflügelzucht weitergemacht werden muss. Es wurde für einige Mitglieder Geld gesammelt und aus fremden Zuchten Bruteier gekauft, mit denen zwei neue Zuchten aufgebaut werden konnten.“ Heute hat der Verein 37 Mitglieder im Alter von sieben bis 87 Jahren, darunter neun Jungzüchter.

Erfolgreiche Arbeit

Man kann in Crock auf eine erfolgreiche Zuchtarbeit zurückblicken. Ende des vergangenen Jahres beispielsweise konnte Philipp Langert zum dritten Mal den Wanderpokal für Jungzüchter des Geflügelzuchtvereins Jüchsen erhalten. Damit verbleibt er nunmehr für immer im heimischen Crocker Umfeld. Bei der Kreismeisterschaft der Vereine 2018 verbuchte der ausrichtende Verein den ersten Platz für sich und auch bei den Einzelwertungen der Senioren war man sieben Mal in vier Wertungskategorien vertreten. Mit 43 Mal dem Prädikat „Vorzüglich“ war es überhaupt eine erfolgreiche 16. Irmelsbergschau mit angeschlossener Kreisschau und Sonderschau der Belgischen Bartzwerge.

Die Schauen fanden bei ca. 230 Besuchern reges Interesse. Am Sonntag gab es mit Klößen und Braten ein Mittagessen, das von ca. 70 Besuchern gern angenommen wurde, ist aus dem Vorstand des Geflügelzuchtvereins zu erfahren. Aussteller aus anderen Landkreisen hätten sich positiv geäußert und würden auch im nächsten Jahr wiederkommen. Der Dank des Vorstandes geht an alle, die bei der Organisation, der Vorbereitung und Durchführung ihre Unterstützung gaben. Ebenso in den Dank ist der Crocker Schützenverein einbezogen, der sein Vereinshaus zur Verfügung stellte.

Es ist war eine schöne Schau, so Matthias Erk und Kassierer Burghard Weber. Viele der Mitglieder seien älter und so hoffe man, dass die Nachwuchszüchter die Vereinsarbeit später einmal fortführen werden. Die Rassegeflügelzucht ist ein zeitaufwendiges Hobby, das einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung unserer Tierwelt und deren artgerechter Haltung leistet. „Tiere wollen rund um die Uhr betreut sein, an sieben Tagen in der Woche. Das fordert von den Züchterinnen und Züchtern, die sich ihren Tieren in ihrer Freizeit widmen, ein hohes Engagement“, so Matthias Pfütsch.

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