Sonntag, 24.06.2018 07:25 Uhr

Frankfurt gewinnt besonderes Bundesligaspiel gegen Leipzig

Verantwortlicher Autor: SE Frankfurt, 20.02.2018, 00:21 Uhr
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Frankfurt [ENA] Die Besucher der Commerzbank-Arena erlebten am Montagabend kein „normales“ Bundesligaspiel zwischen Eintracht Frankfurt und RB Leipzig. Auf dem Platz boten beide Mannschaften einen äußerst engagiert und emotional geführten Schlagabtausch, den Frankfurt verdient mit 2:1 für sich entschied. Begleitet wurde das Spiel von ständigen Störgeräuschen sowie deutlichen aber friedlichen Protestaktionen der Fans.

Im Vorfeld des ersten regulären Montagsspiels der Geschichte der 1. Fußball-Bundesliga wurde viel über die Ansetzungen von Spielen der deutschen Eliteklasse am Montagabend diskutiert. Besonders die Fans der Heimmannschaft Eintracht Frankfurt nutzen die sich aus ihrer Sicht ungewollte Bühne, dem Deutschen Fußballbund (DFB) sowie der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ihre Meinung zu einer derartigen Terminierung kundzutun. Die organisierten Fans von Eintracht Frankfurt erklärten nicht bereit zu sein, diesen Schritt der DFL und des DFB mitzugehen. Folglich ihr Aufruf: „Macht den Verantwortlichen deutlich, was ihr von Montagsspielen haltet.“

Bei Ballbesitz der eigenen Eintracht schwieg der Großteil der Anhängerschaft. Waren die Leipziger am Ball, kommentierten die Eintracht-Fans dieses mit einen lautstarken Gemisch aus Pfiffen, und Trillerpfeifen. Außerdem wurden auf unzähligen Bannern und Transparenten dargestellt, was die im Stadion Anwesenden vom wachsenden Kommerz im Fußball halten. Auch in den Klubs der Bundesliga wird der Montag mittlerweile kritisch diskutiert. Ob die DFL an diesem Termin in der nächsten Rechteperiode ab 2021 festhält, ist unklar. Vor der nächsten Rechteausschreibung soll über die Vermeidung des Donnerstag-Samstag-Rhythmus gesprochen werden. Hintergrund ist eine Entlastung der Europa League-Teilnehmer, die am Donnerstagabend im Einsatz sind.

Der DFB argumentiert hingegen, dass eine weitere Anstoßzeit in der 1. Fußball-Bundesliga am Sonntag um beispielsweise 13:30 Uhr – zusätzlich zu 15:30 Uhr und 18 Uhr – vor dem Hintergrund des Schutzes des Amateurfußballs kritisch gesehen wird. In den unteren Klassen sind gemäß DFB-Vizepräsident Rainer Koch „… mehr als fünf Millionen Menschen als Spieler, Trainer, Vereinsverantwortliche oder Zuschauer auf Amateur-Fußballplätzen anzutreffen…“. Präsident Reinhard Grindel fügte hinzu, dass die Freihaltung des Sonntagmittags von Bundesliga-Spielen „… eine positive, anerkennende Geste in Richtung Amateurfußball …“ sei. Eine nächste Runde zwischen DFB, DFL, Vereinen und Fans ist somit vorprogrammiert.

Zu Beginn der Bundesligapartie wurde den treuesten Anhängern der Eintracht von Seiten des Vereins und der Sicherheit die Möglichkeit gewährt, ihre Meinung anhand von Bannern kontrolliert im Innenraum zu demonstrieren. Dass sich die Fans nach Aufruf des Stadionsprechers ohne kritische Vorkommnisse zurück in die Blöcke begaben, ist positiv hervorzuheben und unterstreicht den mehrheitlich konstruktiven aber gleichzeitig konsequenten Protest der Fans. Fußball gespielt wurde an diesem Montagabend zwischen Eintracht Frankfurt und RB Leipzig übrigens auch…

Die erste richtige Torchance des Spiels führte in der 13. Spielminute gleich zum 1:0 für die Gäste. Nach starkem Doppelpass auf engem Raum zwischen Demme und Laimer legte letzterer im Strafraum quer auf Augustin, der aus ca. zehn Metern ins lange linke Eck einschob. Kurz nach Wiederanstoß der erste gute Abschluss der Eintracht durch Chandler. Frankfurts Linksaußen setze den Ball jedoch ca. zwei Meter über das rechte Eck des Gehäuses. Nach 22 gespielten Minuten belohnten sich die engagierten Hausherren mit dem Ausgleich nach einer Wolf-Ecke. Die Leipziger Defensive verlor im eigenen Sechszehner zwei Kopfbälle hintereinander, bevor David Abraham auf Chandler legte. Dieser drückte den Ball am zweiten Pfosten mit der Sohle über die Linie.

Das Team von Eintracht-Trainer Kovac blieb spielbestimmend und setzte immer wieder offensive Nadelstiche. Aus einer Leipziger Vorwärtsbewegung heraus kam Frankfurts Rebic in der 26. Spielminute auf der linken Seite freistehend in Ballbesitz und bediente den im Rückraum einlaufenden Boateng mustergültig. Boateng guckt Leipzigs Torhüter Gulacsi aus und erzielte die Führung für die Eintracht. Die Partie blieb wahnsinnig intensiv und abwechslungsreich. Der nächste Aufreger nach einer halben Stunde. Einen zunächst für RB Leipzig gegebenen Foulelfmeter nahm Schiedsrichter Zwayer nach Rücksprache mit Videoassistent Willenborg aufgrund einer vorangegangenen Abseitsposition zurück. Auch eine Rudelbildung kurz vor Pausenpfiff löste Zwayer souverän.

Der Beginn der zweiten Halbzeit verzögerte sich, da aus der Eintracht-Kurve wiederholt Tennisbälle und Toilettenpapier auf den Rasen geworfen wurde. Auch auf dem Platz ging es nach der Pause emotional weiter. Eintracht Frankfurt blieb bei seinem aggressiven Gegenpressing und konsequenten Positionsspiel, RB versuchte sowohl Defensiv – zum Teil nur durch Fouls möglich – als auch offensiv dagegenzuhalten. Ein offenes Visier von beiden Mannschaften, hitzige Zweikämpfe sowie die den Spielern anzumerkende pure Lust am Fußball und dessen Emotionalität sorgten auch in den zweiten 45 Minuten für ein äußerst unterhaltsames Spiel. In der ersten Viertelstunde nach der Pause musste Schiedsrichter Zwayer vier Verwarnungen aussprechen.

Neben eine Vielzahl an guten Offensivaktionen auf beiden Seiten hatte Frankfurt nach einer Stunde die bis dahin beste Torchance in der zweiten Halbzeit. Die Leipziger standen offensiver, sodass sich für die Eintracht Kontersituationen ergaben. In einer solchen legte Rebic quer auf den mitgelaufenen Haller, der den Ball im Strafraum nicht vollends kontrollieren und Leipzigs Laimer entscheidend stören konnte. Das Kovac-Team überzeugte fortlaufend mit einem aggressiven Gegenpressing und kam immer wieder hinter die Defensivreihe der Gäste. Leipzig hingegen fehlte gegen disziplinierte Frankfurter die letzte Konsequenz und Kreativität im Offensivspiel. Schlussendlich blieb es beim 2:1 für Frankfurt, die nun in der Tabelle vor RB stehen.

Frankfurt: Hradecky – Salcedo, Abraham, Falette – da Costa, Boateng, Hasebe, Chandler, Wolf, Rebic – Haller / Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Upamecano, Orban, Laimer – Ilsanker, Demme, Keita, Lookman – Augustin / Tore: 13., Augustin; 22., Chandler; 26. Boateng / Auswechslungen: 46. Poulsen für Demme; 61. Forsberg für Keita; 68. Fernandes für Boateng; 76. Werner für Lookman; 80. Jovic für Rebic; 82. Gacinovic für Wolf / Gelb: 34., Rebic; 38., Wolf; 47., Hasebe; 51. Orban; 64. Chandler; 66. Boateng; 75. Falette; 81. Klostermann / Referee: Zwayer, Schiffner, Achmüller, Gerach, Willenborg (Video) / Zuschauer: 45.100

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